Vielleicht soetwas wie mein Beitrag zum Jahr der Stille 2010, wobei ich insgesamt den Eindruck habe, dass in diesem Blog man immer wieder über “Stille”, “Innehalten”, “Beziehung zu Gott”, “Hören”, “Langsames Leben”… stolpert in Texten, Bildern und Lyriks. Ein Blog und was man dahinein stellt von den Themen, spiegelt zum Teil auch Persönliches wieder. Mir ist Stille somit etwas wertvolles und wichtiges.
Ich fragte mich also, ob an der Fülle bereits geschriebenem, es sinnvoll ist, überhaupt extra, nur weil nun das Jahr der Stille ist, dafür Worte zu verlieren… da ich aber vor einiger Zeit Worte darüber verloren habe, entschied ich mich diese mit euch unter dem Thema der “Stille” zu teilen:
Eine Lyrik über eine “laute” innere Welt, wie wir sie vielleicht alle in unterschiedlich starken Maße bei uns selbst auch kennen – vielleicht auch aus vergangener Zeit, wo die Innere Welt mal richtig “laut”, “bunt” war und nun ruhiger geworden ist…
STIMMEN. WORTE. Gespräche, die noch nachwirken, Streit, gesagtes was man doch nicht gesagt hat – man hat geschwiegen… “was wäre wenn Gedanken”
KOPFLASTIGES. Termine die anstehen, wichtige Entscheidungen die zu treffen sind,
BILDER von Freunden die uns vielleicht vor Augen stehen – Blicke die uns nicht mehr loslassen, weil sie von Verzweiflung, Hass, Resignation, Wut, Traurigkeit erfüllt sind… Bilder von einem selbst wie man an jenem, oder dem heutigen Tag gerungen hat;
sich selbst zu sehr auseinandernimmt…
Stimmen – Bilder… Anklagend… Dabei wollte man doch Stille. Aber alles ist so “laut”. beunruhigend… statt ruhestiftend…
Alle Barometer gehen in eine Richtung: Laut. Bunt. Fordernd. Anklagend. Frust. Enttäuschung…
Stille als geladenes Spannungsfeld. So erlebe ich Stille, wenn Ablenkung wegfällt, zunächst einmal sehr häufig und immer wieder…
…aber ich brauche diese Stille zum ehrlich werden vor mir und vor Gott um mich von ihm “stillen” zu lassen… …”Barometer-ausgleich”.
“Laute” Stille zu stillen… und nicht nur zu stillen – sondern zugleich, wie das Stillen beim Säugling ihn ruhig macht, er ebenso Nahrung erhält, SATT ist. Rundum GESTILLT… geborgen… einschläft…
Stille. ehrliche Bestandsaufnahme. Ausprechen. Bekennend. Orientierung. Wahrheit. Gemeinschaft. Hörend. Aufnehmend. Wärme. Gelöst. Sein Dürfen. Navigierend. ATMEN… …satte gestillte Stille.

SCHARFGESTELLT
Bilder in mir
eingebrannt
versinken darin
zulange vorgehalten – angeschaut
verschwinden nicht mehr
und inzwischen:
wohlvertraut…
Dialoge in mir
Worte,
Sätze erklingen.
Tonhöhen und Inhalte noch ganz klar…
nachgehallt…
Kopf und Herz -
ganz tief eingeschweißt…
in mir drinnen -
bis an den Rand angefüllt
Stimmengewalt…
Bilder- und Sätzegemisch
immer schneller,
immer mehr
alles so laut, so vieles was ich höre in mir,
bedrängt – gedrängt.
Alles so bunt, so vieles was ich sehe in mir,
verwoben – verzogen.
Bedrohlich.
Längst vergangen und doch nah,
täglich aufs Neue ist es da.
Schneller und Schneller,
Kreisen,
Drehen.
Orientierung verlieren…
Lauter, Bunter,
Treiben, Jagen, Fliehen
versunken, betrunken
schneller, kreisen…
hinaus… zu viel hören, zuviel sehen…
doch wie nur,
wie nur den Absprung wagen?
Doch da bist du!
Herausgerissen durch dich.
Und ich blicke auf zu dir…
schaue in dein Angesicht.
Ich sehe hin…
Höre dir alleine zu.
Und versunken und bestimmt von dir,
wird alles andere leiser…
…verschwommen…
…scharfgestellt auf dich.
Im Fokus bist nun nur noch du!
Nur noch du!
Du der meine Bilder sprengt,
meinen Blick erneut auf sich lenkt.
Hell erstrahlt dein Morgenlicht
und ich sehe Bilder in Farbe gehüllt:
in Liebe, in Gnade:
alles für mich – ja, alles von dir für mich!
und ich sehe hin
und ich höre zu
versunken…
Du, mein Befreier!
Du, reißt mich heraus!
Ja, mein Lobpreis bist du!
mein Lobpreis bist alleine du!
Du, der du Schweigen befiehlt.
Du, vor der jede Stimme, eilends flieht.
Du, der leise heilend spricht.
Du, durch den alles hell erstrahlt, in mir, in deinem Licht.
Du, der zärtlich für mich singt ein Liebeslied.
Du, der für mich kämpft und siegt.
Du, der Freiheit in dir selbst, mir verspricht.
Du, meine Lebensfreude,
Ruhebringer in Gedankenstürme,
Durchbrecher von Bildergewalten…
Du, der all dies tust für mich!
Du – ich liebe dich!
(Antje Schering)