Archiv für Juni 2009

h1

Vorbei!? – positiv trotzen lernen…

Juni 30, 2009

Vorbei.
Morgen beginne ich wieder zu arbeiten… 11 Monate gefüllte Zeit. Nicht das ich nicht gearbeitet hätte… …anders gearbeitet – vielleicht sogar härter als zu manch anderen Zeiten… Arbeit in mir. Fundamente festigen.

Herausfordernd. Trotzig trotzen lernen trotz allem, denn Hart war es dieses Jahr. Wahrscheinlich das härteste und schmerzhafteste…
Trotzen lernen – mehr denn je. Zwischen all den Tränen, all dem was war und kommt…

Die Weichstellung hatte ich schon früh gelegt: Mit 13 Jahren, als ich mir meinen Konfirmationsspruch heraussuchte… Schon damals: Trotz allem. Wie sehr er mich noch herausfordern sollte, wie oft noch… das wusste ich nicht…

„Ich will loben den Herrn allezeit, sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ Ps. 34,2

Im Vertrauen dankbar allen negativen und unverständlichen Situationen und Ereignissen positiv trotzen lernen: „Trotzdem Herr! Trotzdem, danke ich dir!“

Erst vor kurzem Stand ich wieder auf einem Berg und sagte:
Egal was kommt, ich werde morgen wieder hier stehen und wir werden darüber reden, und ich werde dich loben!

Mein Aussegnungsvers aus der Bibelschule begann desahalb mit einem ABER:
„ABER das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all dein Tun.“
(Ps. 73,28)

Vorbei?
Nein, ich glaube doch nicht… Es geht weiter… Anders weiter – mit arbeit halt ;-)

h1

Du musst das Leben nicht verstehen…

Juni 26, 2009

Kognitiv gesteuert wie ich bin, will ich immer eines: Verstehen.
Kann man mir etwas oder einen Zusammenhang gut erklären, dann sehe ich vieles ein, bin Rücksichtsvoll, habe Nachsicht und bin definitiv Barmherziger – auch mit mir selbst…
Bleiben Erklärungen aus, dann beginnt für mich eine Herausforderung anderen und mir selbst gegenüber: Vertrauen.

Vertrauen, dass dennoch alles unter einer guten Hand passiert, auch wenn ich es selbst nicht ändern kann.
Und mich selbst loszulassen und anzuvertrauen, ihm unterstellen, zuzulassen an mir und mit mir weiter den Weg zu gehen, auch wenn ich gerade noch nicht weiß wohin er mich führt, und dieser Weg mit Entbehrungen und auch Leid gepflastert sein mag, trotzallem meine Hand in seiner spüren… festhalten. Nichtloslassen.
Du musst das Leben nicht verstehen. Festhalten an ihm. Er versteht es. Ihm vertrauen. Ihn lieben. Ihm glauben, ihm vertrauen, dass er auch liebt. Er um alles weiß. Das große Ziel vor Augen hat…

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren,
nach neuen seine Hände hin.

(aus: Frühe Gedichte, von Rainer-maria Rilke)

h1

Ist es nicht schon genug, Gott?

Juni 23, 2009

So weit wie möglich
DSC_5917
Hier ein anderer Weg, um die zwei Seiten dieser Wahrheit zu zeigen. Auf der einen Seite dürfen wir uns nie einbilden, dass unsere eigenen schwachen Bemühungen dazu imstande wären, uns auch nur durch die nächsten vierundzwanzig Stunden als „anständige“ Menschen durchzubringen. Wenn Gott uns nicht hilft, ist keiner von uns vor grober Sünde sicher. Andererseits hat keiner der großen Heiligen, von denen uns berichtet wird, je einen Grad der Heiligkeit oder Tapferkeit erreicht, den Gott schließlich nicht auch in uns hervorbringen will. Die Arbeit daran wird in diesem Leben nicht abgeschlosssen werden; dannoch möchte Gott bereits vor unserem Tod mit uns so weit kommen wie möglich.
Darum dürfen wir nicht überrascht sein, wenn wir auf dieser Erde viel leiden müssen. Wenn ein Mensch sich Christus zuwendet und scheinbar gute Fortschritte macht (in dem Sinne, dass einige seiner schlechten Angewohnheiten nun korrigiert werden), hat er oft das Empfinden, dass es nun auch so reibungslos weitergehen müsse. Bei den ersten Schwierigkeiten dann, Krankheit, Geldsorgen und neuen Versuchungen, ist er enttäuscht. Diese Dinge, so meinte er, waren vielleicht notwendig, um ihn in seinen schlechten alten Tagen aufzurütteln und zur Reue zu mahnen. Aber jetzt? Dabei will Gott ihn auf eine hörere Ebene führen, ihn weitertreiben, indem er ihn in Situationen bringt, in denen er viel mehr Mut, Geduld oder Liebe aufbringen muss, als er sich je hätte träumen lassen. Dies scheint uns ganz und gar unnötig. Aber wahrscheinlich nur, weil wir noch nicht die leiseste Ahnung davon haben, wie gewaltig das ist, was Gott aus uns machen will.

(aus Pardon, ich bin Christ von C.S.Lewis)

h1

Platz genommen

Juni 6, 2009

Ich höre die EinladungDSC_5830 an mich, sein leichtes anklopfen…
…doch nicht nur zwischen „Tür und Angel“, „Buch und Stift“, „Halb wach und halb schlafend“ Zeit mit ihm zu verbringen…

Aufraffen. Hm. Ich winke müde ab. Jetzt mal nicht. „Geh alleine. Triff dich mit jemand anderem…“ Halb höre ich zu.
Ja, ich weiß, ich weiß es ist gut. Ich weiß es ist wichtig. Für mich. Zuviel Unordnung in mir. Wir müssen mal wieder konzentriert reden. Länger am Stück…
Und schon zu lange sage ich ja auch das wir darüber und hierüber reden sollten. Nur wir zwei.

Nun lasse ich alles stehen.
Immer wieder ziehst du mich. Stunden mit dir. Immer wieder alles stehen und liegen lassen…
Tee, der gegenüber von dir genossen wird. Stille die wir teilen.
Zeit, zur Ordnung. Zeit, zu lachen. Zeit, wo ich dachte ich verliere sie, wird die Schönste… werden Stunden.
Gestärkt mit Kraft. Ausgeglichen. Ruhend… mit dir.
Du gehst nicht. Du bleibst. Hier.
Erneut werden wir aufbrechen. Immer wieder… Aufbrechen. Immer wieder.