
Ist es nicht schon genug, Gott?
Juni 23, 2009So weit wie möglich

Hier ein anderer Weg, um die zwei Seiten dieser Wahrheit zu zeigen. Auf der einen Seite dürfen wir uns nie einbilden, dass unsere eigenen schwachen Bemühungen dazu imstande wären, uns auch nur durch die nächsten vierundzwanzig Stunden als “anständige” Menschen durchzubringen. Wenn Gott uns nicht hilft, ist keiner von uns vor grober Sünde sicher. Andererseits hat keiner der großen Heiligen, von denen uns berichtet wird, je einen Grad der Heiligkeit oder Tapferkeit erreicht, den Gott schließlich nicht auch in uns hervorbringen will. Die Arbeit daran wird in diesem Leben nicht abgeschlosssen werden; dannoch möchte Gott bereits vor unserem Tod mit uns so weit kommen wie möglich.
Darum dürfen wir nicht überrascht sein, wenn wir auf dieser Erde viel leiden müssen. Wenn ein Mensch sich Christus zuwendet und scheinbar gute Fortschritte macht (in dem Sinne, dass einige seiner schlechten Angewohnheiten nun korrigiert werden), hat er oft das Empfinden, dass es nun auch so reibungslos weitergehen müsse. Bei den ersten Schwierigkeiten dann, Krankheit, Geldsorgen und neuen Versuchungen, ist er enttäuscht. Diese Dinge, so meinte er, waren vielleicht notwendig, um ihn in seinen schlechten alten Tagen aufzurütteln und zur Reue zu mahnen. Aber jetzt? Dabei will Gott ihn auf eine hörere Ebene führen, ihn weitertreiben, indem er ihn in Situationen bringt, in denen er viel mehr Mut, Geduld oder Liebe aufbringen muss, als er sich je hätte träumen lassen. Dies scheint uns ganz und gar unnötig. Aber wahrscheinlich nur, weil wir noch nicht die leiseste Ahnung davon haben, wie gewaltig das ist, was Gott aus uns machen will.
(aus Pardon, ich bin Christ von C.S.Lewis)

Ja, das ist leider alles so furchtbar war.
Hab heute übrigens ein tolles Blog entdeckt:
http://willvaus.blogspot.com/
(über C.S. Lewis und Narnia)
Ich muss schon sagen, Dein Blog lädt zum Verweilen ein, auch wenn der Artikel gerade aus der Feder von Lewis stammt. Vor allem deshalb, weil man tiefgängige Texte und Lyrik wie Deine nicht im Vorbeigehen lesen kann! Danke!
bitte.
In dieser Zeit, in der alles so schnell gehen muss, ist es schön, wenn man noch verweilen kann…
“Bitte – Herr Löwe – Aslan … Könntest du – dürfte ich – bitte, würdest du mir eine Zauberfrucht aus diesem Land geben, damit …” Er hoffte verzweifelt, der Löwe möge “ja” sagen, gleichzeitig hatte er schreckliche Angst, er könnte “nein” sagen. Als der Löwe weder das eine noch das andere sagte, erschrak er. Die Kehle wurde ihm eng und er hatte Tränen in den Augen. “Aber bitte, Löwe – bitte, könntest du mir was geben, damit …”
Bis zu diesem Augenblick hatte er auf die großen Vordertatzen des Löwen hintergestarrt und auf die riesigen Krallen, doch jetzt blickte er in seiner großen Verzweiflung auf und sah dem Löwen direkt ins Gesicht. Was er da sah, bescherte ihm die größte Überraschung seines Lebens. Das goldbraune Gesicht war zu ihm herunter gebeugt und große schimmernde Tränen standen in den Löwenaugen. So groß waren diese Tränen und so strahlend, verglichen mit seinen eigenen, so dass er einen Augenblick dachte, der Löwe müsse über das schlimme Schicksal noch trauriger sein als er selbst.
Ach schön! Ich liebe Lewis! Das ist wirklich eine der schönsten Stellen vom König – einfach toll.
Ich muss schon sagen, aber ihr bereicherd mich und diesen Blog ungemein – danke.